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Was heißt eigentlich Rettungshundearbeit ?

in Fragen zur Rettungshundestaffel ? 23.10.2010 18:42
von Henri+Zoo • 571 Beiträge | 1565 Punkte

Hallo!

An alle, die sich mit der Rettungshundearbeit nicht auskennen:

Hier eine kleine Beschreibung. Nicht ganz vollständig, weil ich nur das Wichtigste geschrieben habe. Sie soll nicht zu Diskussionen anregen, sondern nur beschreiben, was wir da eigentlich machen:

Die Rettungshundearbeit

Die Rettungshundearbeit ist kein Sport, denn hier geht es nicht darum, Pokale zu gewinnen und Punkte zu sammeln, sondern darum, Menschen das Leben zu retten. Die Rettungshundearbeit kann deshalb besser mit der freiwilligen Feuerwehr als mit einem Sport verglichen werden.

Der Rettungshund hat die Aufgabe, in Not geratene Menschen aufzuspüren. Dazu benötigt er keine Fährten und keine Geruchsträger (z. B. ein T-Shirt) der vermissten Person. Der Rettungshund sucht frei laufend und mit hoher Nase nach der Witterung, die ihm vom Wind zugetragen wird und zeigt jeden Menschen, der sich in seinem Suchgebiet aufhält, (meist durch das Verbellen der Person) seinem Hundeführer an.

Ein Rettungshund muß dazu in der Lage sein, ausdauernd und über weite Strecken zu laufen. Er muß entweder über Futter oder über Beutespiele motivierbar und gut sozialisiert und wesensfest sein.
Obwohl der Hund gut im Gehorsam stehen muß, soll er auch über den so genannten „gewollten Ungehorsam“ verfügen. Denn hat er eine Person gefunden, soll er sich nicht mehr so leicht abrufen lassen. Er soll zu der Person laufen und diese Anzeigen.

Es gibt mehrere Sparten der Rettungshundearbeit:


Flächensuche:
Der Hund sucht naturnahes Gebiet (Wälder, Felder, Parks, Friedhöfe,…) nach Menschen ab, die sich dort verlaufen haben oder die verunglückt sind. Häufige Einsätze sind die Suche nach suizidgefährdeten oder orientierungslosen Personen, vermissten Kindern und die Suche nach Schockopfern (nach Unfällen) oder verunglückten Wanderern.

Trümmersuche:

Der Trümmerhund ist der bekannteste Rettungshund, weil über ihn oft nach Erdbeben im Ausland berichtet wird. Aber auch hierzulande wird der Trümmerhund eingesetzt, z. B. nach Flugzeugabstürzen, Zugkatastrophen oder Gasexplosionen.
Der Trümmersuchhund muß nicht nur gute Sucharbeit leisten, sondern auch dazu in der Lage sein, sich sicher und geschickt auf schwierigen Trümmerlagen bewegen zu können.

Lawinensuche:

Der Lawinenhund kommt besonders in Skigebieten häufig zum Einsatz. Er sucht die Leute, die vom Schnee begraben wurden und zeigt diese häufig durch Graben an.
Der berühmteste Lawinenhund ist Barry, der Bernhardiner. Er soll im Laufe seines Lebens 42 Menschen das Leben gerettet haben. Allerdings sahen die Bernhardiner von damals dem heutigen Bernhardiner nicht sehr ähnlich. Heute ist er zu schwer und zu träge, um so eine Arbeit zu verrichten. Übrigens: Das der Bernhardiner ein Fässchen um den Hals trug, ist ein Märchen.

Wassersuche
Der Wassersuchhund kann kein Leben mehr retten. Er fährt meist in einem Boot und sucht nach der Witterung ertrunkener Menschen, die an die Wasseroberfläche steigt.
Da die Witterung nicht gerade nach oben steigt, sondern durch Temperaturunterschiede und Strömungen abgetrieben wird, zeigt der Hund selten die genaue Lage des Ertrunkenen an. Dennoch ist der Wassersuchhund eine wertvolle Hilfe bei der Suche nach Ertrunkenen, denn die Anzeige der Hunde liefert zumindest einen Hinweis auf das Vorhandensein und die ungefähre Lage des Ertrunkenen.

Mantrailing
Der Mantrailer ist ein Hund, der auch in der Stadt eingesetzt werden kann. Er benötigt einen "Abgang", also einen Punkt, an dem die Person sich sicher aufgehalten hat. Dann bekommt er eine "Geruchsprobe". Dieser Witterung folgt er dann quer durch die Straßen, bis er die Spur verliert (weil die Person in einen Bus gestiegen ist) oder die Person gefunden hat.
Es gibt nur sehr wenige gute Mantrailer in Deutschland, denn diese Sparte wird noch nicht sehr lange ausgebildet.

Die Eignung des Hundes

* Wesenssicherheit in neutralen Situationen, ruhiges, aufmerksames und sicheres Verhalten.
* Hohe bis mittlere Reizschwelle, mittleres Temperament.
* Möglichst hohe Geräuschunempfindlichkeit und Gleichgültigkeit gegenüber Feuer, Rauch und anderen ungewöhnlichen Gerüchen.
* Physische und psychische Ausdauer.
* Leichtführigkeit und möglichst enge Bindung an den / die Hundeführer / in.
* Ausgeprägter Suchtrieb und Lernfreude ist von Vorteil.

Unerwünschte Anlagen

* Niedrige Reizschwelle und grundlose Aggressivität gegenüber Mensch und Tier
* Ängstlichkeit, Scheuheit und zu sensibles Wesen, Wesensschwäche aller Art
* Neigung zum Raufen und ausgeprägter Jagdtrieb
* Geräuschempfindlichkeit
* Nicht zu klein und nicht zu gross / schwer

Im Alter von mittlerweile 15 Monaten kann der Hund seine VDH - Begleithundeprüfung ablegen, die für eine Teilnahme an der Rettungshunde - Prüfung Voraussetzung ist. Ab 16 Monaten kann eine Rettungshunde - Vorprüfung abgelegt werden. Bei dieser überprüft der Ausbildungsleiter mit zwei erfahrenen Hundeführern die Reife des zur Prüfung anstehenden Hundes und die Zusammenarbeit des gesamten " Teams ". Sowohl die Vorprüfung als auch die Hauptprüfung wird unterteilt in die Sparten Trümmer und Fläche. Mit 18 Monaten kann dann die Hauptprüfung Stufe A und mit 24 Monaten die Stufe B abgelegt werden. Um den Status eines Rettungshundeteams aufrecht zu erhalten, muß die Prüfung jährlich wiederholt werden.

Die Eignung des Hundeführers

* Gute bis mittlere psychische und physische Belastbarkeit
* Ausgeprägte Teamfähigkeit.
* Feingefühl im Umgang mit Menschen und Hunden
* Einhaltung von Disziplin und Selbstdisziplin
* Angemessene Flexibilität
* Verzicht auf Lohn, Dank und einen Teil der Freizeit

Der Hundeführer besucht in der Zeit der Ausbildung ebenfalls verschiedene Ausbildungskurse, die als Rettungshundeführer gebraucht werden. Es werden Erste Hilfe am Menschen und am Hund, Karte und Kompass, Bergungskurse und Funklehrgänge geschult


Euer DogErnie

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